Archiv des Autors: Atf Jena

Update zum Naziaufmarsch in Weimar [Stand: 30.04., 23 Uhr]

via Autonome Antifagruppe Weimar

UPDATE: die Nazis haben geklagt, sind aber gescheitert, Kundgebung findet weiterhin wie unten geschrieben statt (Stand: Mo. 30. April 20:22 Uhr)

Wie Erwartet wird es morgen eine Kundgebung der Nazis um Fischer und etwa 150 weiterer Nazis in Weimar geben. Bis jetzt soll diese 12:00 Uhr vor dem Frauenzentrum in der Schopenhauerstraße 21 abgehalten werden. Kundgebungen in der Nähe sind zum einen eine Veranstaltung des Stadtsportbundes Weimar an der Ecke Ettersburger Str./Schopenhauerstr., ein Stand des BgR am dänischen Bettenlager in der Rießnerstraße (gegenüber vom Rastenbergertunnel), eine Kundgebung am Nachtausgang des Bahnhofs sowie ein Infopunkt des Bürgerbündnisses am neuen Museum. Wir gehen davon aus, daas alle mit dem Auto anreisenden Nazis über den Rastenbergertunnel zum Kundgebungsort geleitet werden (möglich Parkplätze dafür finden sich oberhalb des Bahnhofs in der Rießnerstraße, zum Beispiel Parkplatz Fressnapf oder Lidl). Ob Fischer noch vor Gericht Klage eingereicht hat um doch noch eine Demonstration zu bekommen, ist nicht klar. Wir rufen nochmals dazu auf, am 1. Mai nach Weimar zu kommen um der Aktionsgruppe Weimarer Land und Ihrem „Führungsmitglied“ Fischer keinen Fußbreit zu lassen!

Infostruktur der Jugend Antifa Weimar:
Infotelefon: 01573/4488632 EA: 01573/4489245 Naziwatch: klick Ticker: klick

Falls es bis in die Nacht oder Morgen früh noch weitreichende Veränderungen gibt, werden sie hier schnellstmöglich bekanntgegeben.

Egal wo Ihr morgen seid, passt auf Euch auf!

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Infos zum 1. Mai in Weimar

via Autonome Antifagruppe Weimar

Nazis: Mobilisieren hauptsächlich in Sachsen und Sachsen Anhalt. Als Redner wird unter anderem der Vorbestrafte, kürzlich erst wieder Verurteilte und ehemalige NPD-Politiker Günter Deckert angegeben. Sicher ist das Gruppen aus Magdeburg, Nordhausen, Erfurt sowie Einzelpersonen aus den umliegenden Dörfern Weimars anreisen. In wie weit sich andere Gruppen aus Mitteldeutschland beteiligen kann nicht genau gesagt werden.

BgR: Das Bürgerbündnis Weimar hat viele Plätze in der Stadt angemeldet um den Nazis keine Ausweichmöglichkeit zu bieten. Meistens sind es Standpunkte an oder in näherer Umgebung der angemeldeten Route. Unterstützung erhalten sie von dem Aktionsnetzwerk Jena, die ihr kommen zugesichert haben. Stark zu kritisieren und absolut zu verurteilen ist, dass sich das Bürgerbündnis zusammen mit Polizeichef Ralf Kirsten an einen Tisch setzt um für den 1. Mai Strategien zu besprechen, und ihn in engste Internas einweiht.

Route: Es scheint jetzt schon aus organisatorischen- und sicherheitstechnischen Gründen ausgeschlossen, dass die Anmelder Philipp Miene und Michael Fischer ihre gewünschte Route (Schopenhauerstr./Fuldaer./Schwanseestr./Goetheplatz/Karl Liebknecht Str./Friedenstr./Buttelstädterstr./Schopenhauerstr/) laufen dürfen. Die Stadt wird durch Veranstaltungen zum 1. Mai, angemeldeter Plätze vom BgR oder anderen Parteien/Organisation einfach zu voll sein. Auf der Carl-August-Allee findet das Seifenkistenrennen statt, auf dem Goetheplatz der alljährliche Flohmarkt und auf dem Marktplatz eine DGB Veranstaltung. So bleiben der Stadt, Polizei und den Nazis eigentlich nur noch drei Möglichkeiten.

Szenario I: Eine Kundgebung am Hauptbahnhof, hier soll auch Treffpunkt der Nazis sein. (Dies scheint bis zum heutigen Tag die wahrscheinlichste Möglichkeit)

Szenario II: Route durch Weimar Nord (Plattenbausiedlung) oder oberhalb des Bahnhofs (Industriegebiet).

Szenario III: Nazis klagen über Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht ihre Route ein.

Gegenaktivitäten: In der Stadt sind ein paar Aufkleber und Schriftzüge zu sehen, diese gehen aber durch den zurzeit laufenden Wahlkampf fast unter. Die Jugend- Antifa (ALW) hatte frühzeitig eine Seite, Aufruf, Aufkleber sowie Infostruktur für diesen Tag bereit gestellt. Deshalb schien es uns nicht sinnvoll eine weitere eigene Mobilisierung auf die Beine zu stellen, da wir eine Undurchsichtigkeit von Außen verhindern wollen.

Fazit: Wir gehen davon aus das am 1. Mai etwa 100-150 Nazis anreisen werden. Dies kann durch die oben angeführten Szenarien natürlich noch nicht sicher gesagt werden, da die Zahl bei einer Kundgebungen wohl geringer ausfallen würde.

Wir rufen trotzdem weiterhin dazu auf nach Weimar zu kommen. Beteiligt euch an dezentralen Aktionen, lasst Euch was einfallen, es gibt viele Möglichkeiten an diesem Tag.


Ergänzung: Das Aktionsnetzwerk mobilisiert zu einer gemeinsamen Anreise per Bahn. Treffpunkt hierfür soll am 1. Mai um 10 Uhr am Westbahnhof sein. (Quelle)

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

09.06.2012 Meiningen: “Thüringentag der nationalen Jugend”

Den Volkstod vorantreiben. Nie wieder Deutschland!
Gegen Nazifeste und deutsche Zustände!

Unter dem Motto „Volkstod stoppen“ planen Thüringer Neonazis am 9. Juni 2012 in Meiningen ihren „11. Thüringentag der nationalen Jugend“. Diesen Aufmarsch von Neonazis wollen wir nicht ohne Weiteres hinnehmen. Aber: Sich gegen Nazis zur Wehr zu setzen, ohne auf die gesellschaftlichen Ursachen von Naziideologie hinzuweisen, halten wir für höchst problematisch. Deswegen lehnen wir jegliche „Meiningen gegen Nazis“ und „Bunt statt braun“-Rhetorik ab.

Wir wollen nicht Meiningens guten Ruf gegen die Nazis verteidigen, sondern vielmehr darauf verweisen, dass Naziideologie in Deutschland etwas ist, was notwendig seine Ursachen in der bürgerlichen Gesellschaft hat und dass in diesem Land das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie potentiell bedrohlicher ist, als das Nachleben des Nationalsozialismus gegen die Demokratie. Die größte Gefahr eines faschistischen Wiedererstarkens geht nicht von den marginalisierten Nazis aus, sondern von der bürgerlichen Ideologie des „geläuterten“ Deutschlands selber, in welcher die Ursachen für die faschistische Barbarei fortwesen und in der Kategorien, wie Volk und Nation Ausdruck anti-emanzipatorischen Denkens sind. Deswegen wollen wir am 9. Juni nicht nur gegen die Naziplage auf die Straße gehen, sondern gegen die Ursache für diese Plage überhaupt: Deutschland.

weitere Infos unter http://antifa-meiningen.tk/

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Keine Zukunft für Nazis – Hamburg 02.06.2012

Keine Zukunft für Nazis! Rassistische Verhältnisse angreifen

Am 2. Juni 2012 wollen Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem Motto “Tag der deutschen Zukunft – Unser Signal gegen Überfremdung” durch die Hamburger Innenstadt marschieren.

Nach dem die Faschist_innen bei ihrem letzten Aufmarschversuch am 1. Mai 2008 auf massiven und breiten Widerstand in Hamburg gestoßen sind, wagen sie nun nach über vier Jahren einen erneuten Anlauf. Dass ein solcher Versuch nicht ohne unsere Gegenwehr verläuft, versteht sich von selbst: Wir werden den Nazis entschlossen entgegentreten und ihre völkische Propaganda mit allen Mitteln und auf allen Ebenen angreifen.

Kein “Tag der deutschen Zukunft?”
Seit 2009 veranstalten Nazis jedes Jahr im Juni den “Tag der deutschen Zukunft” (TddZ). Offiziell angemeldet wird er von der “Initiative Zukunft statt Überfremdung”, einer überregionalen Struktur von sogenannten Freien Nationalisten und NPD-Sympathisant_innen aus Norddeutschland. Die Organisator_innen sind zum Teil seit Jahrzehnten bundesweit agierende Schlüsselfiguren der norddeutschen Naziszene.
Der Anmelder Thorsten Schuster ist Mitglied der Hamburger NPD. Der Vorsitzende des Hamburger NPD-Landesverbandes, Torben Klebe, baute das inzwischen verbotene Netzwerk Blood & Honour auf. Sein Stellvertreter Thomas Steiner Wulff ist einer der ideologischen Väter des Konzepts der Freie Kameradschaften und war Anmelder des ersten TddZ in Pinneberg 2009. Bei den diesjährigen Aufmarschvorbereitungen steht der NPD zudem die Kameradschaft Neonazis in Hamburg (NIH) zur Seite, die von Tobias Thiessen und Inge Nottelmann geführt wird. Nottelmann war bereits Anmelderin des Naziaufmarsches in Hamburg-Barmbek am 1. Mai 2008. Daneben mobilisiert auch die sogenannte Weisse Wölfe Terrorcrew nach Hamburg.

weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag: “Verratenes Israel – Der Westen und Deutschland als Förderer des iranischen Regimes”

Vorträge und Diskussion mit

Stephan Grigat und Sebastian Mohr

Montag, 23. April 2012, 19:00 Uhr

Hörsaal 5, Campus der FSU

Carl-Zeiß-Straße 3, Jena

Der Konflikt um das iranische Atomprogramm spitzt sich gefährlich zu. Teheran droht vor dem Hintergrund der Sanktionen des Westens mit einer Blockade der Straße von Hormus. Die Meerenge ist eine der strategisch wichtigsten Handelswege. Die USA reagierten bereits und sandten Flugzeugträger in die Region. Israel sieht sich auf Grund des bisherigen Verhaltens des Westens genötigt, über einen Präventivschlag gegen Irans Nuklearanlagen nachzudenken, denn das iranische Regime, das den Holocaust leugnet, hat dem jüdischen Staat mehrfach unverhohlen mit der Vernichtung gedroht.

Trotz aller Sanktionen ist die Bundesrepublik, die sich – zumindest was die offizielle Politik betrifft – rhetorisch gerne an die Seite Israels stellt, bis heute die wichtigste Stütze des Regimes aus Ajatollahs und Pasdaran, das fieberhaft daran arbeitet, sich mittels seines Nuklearwaffen- und Raketenprogramms, das aus den Einnahmen des Außenhandels finanziert wird, die entsprechenden Mittel für seine Vernichtungsdrohungen und -phantasien zu beschaffen.

Niemand vermag mit Gewissheit zu sagen, wie groß im postnazistischen Deutschland die insgeheime Bewunderung für diesen antiwestlichen Furor des iranischen Regimes ist, das mit seiner Propagierung eines dritten Weges zwischen ‚Osten‘ und ‚Westen‘ sowie seinem von konkurrierenden Rackets beherrschten Unstaat durchaus in der Tradition des Nationalsozialismus steht, die es als moderne Theokratie mit einem „gemeinsamen Oberkommando Allahs und seines Propheten“ (Gerhard Scheit) in anderen Fragen jedoch wieder verwirft. Was die Deutschen mehrheitlich von jenem Staat denken, dem die Machthaber in Teheran Tod und Verderben an den Hals wünschen, ist hingegen bekannt: 2003 hielten 65 % der Deutschen laut einer EU-Umfrage Israel für „die größte Gefahr für den Weltfrieden“. 2004 erklärten über die Hälfte der Bundesbürger: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Knapp 70 % waren der Meinung, Israel führe „einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“. 2007 positionierten sich laut einer BBC-Umfrage 77 % der Deutschen eindeutig negativ gegenüber Israel, das jeden Deutschen alleine durch seine Existenz an Auschwitz und Majdanek, an Treblinka und Sobibor erinnert.

Dass sich derartige Einstellungen keineswegs automatisch auf die Nahost-Politik der deutschen Regierung auswirken, liegt in erster Linie an jener special relationship, die dem postnazistischen Deutschland in der Nachkriegszeit zu Israel aufgenötigt wurde. Deutschland sah und sieht sich noch weitgehend gezwungen, israelische Anliegen in internationalen Gremien in der Regel zu unterstützen, solange sie deutschen Wirtschaftsinteressen nicht allzu sehr entgegenstehen. Die Deutschen tun so, als würden sie plötzlich Juden mögen und sich aus ehrlicher Scham über die deutsche Geschichte um das Wohlergehen des jüdischen Staates sorgen.

Vor diesem Hintergrund kann die Tatsache, dass der Bundestag das einzige europäische Parlament ist, in dem nach dem Aufbringen der Hamas-Solidaritätsflotte durch die israelische Armee im Sommer 2010 eine Resolution gegen das Vorgehen der IDF ohne Gegenstimmen verabschiedet wurde, durchaus als Schritt hin zum Bruch mit der postnazistischen Normalität gesehen werden, in der die stets behauptete ‚Verpflichtung‘ gegenüber Israel zu den letzten noch sichtbaren Resten der Erinnerung an die deutsche Schuld gehört. Noch deutlicher als vor zehn Jahren zeigt sich heute, dass sich in Deutschland das Nachleben des Nationalsozialismus nicht in der Gefahr faschistischer Massenaufmärsche und auch nicht in einem klassischen Geschichtsrevisionismus artikuliert, sondern etwa im Appeasement gegenüber dem Iran, anderen islamischen Djihadisten und in der Delegitimierung des Zionismus; eine Delegitimierung, die einstweilen im politischen Mainstream noch als Kritik an der konsequenten Selbstverteidigung Israels daherkommt, während der Frontalangriff auf den jüdischen Staat in der Regel Islamisten, Nazis und – derzeit in Europa am publikumswirksamsten – vermeintlich radikalen Linken überlassen bleibt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB, freier Autor und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Wien 2008) sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Wien 2010).

Sebastian Mohr ist Mitarbeiter des Mideast Freedom Forum Berlin und des Bündnisses STOP THE BOMB in Deutschland sowie Vorstandsmitglied der deutschen Sektion der Scholars for Peace in the Middle East.

Veranstaltet von STOP THE BOMB Jena in Kooperation mit der Association Pomme de Terre.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Bericht zur “Damals wie heute!”-Demo in Saalfeld

Hier dokumentieren wir den ersten kurzen Bericht der Organisator_innen. Als besondere Leseemfehlung möchten wir euch den von der Antifa Arnstadt-Ilmenau gehaltenen Redebeitrag empfehlen. Diesen findet ihr genauso wie die anderen Redebeiträge am Ende des Artikels.

via Antifaschistisches Jugendbündnis Saalfeld

Fronttransparent

Am 10.3.2012 fand unsere Demonstration „Damals wie Heute – rechten Konsens brechen“ in Saalfeld statt.

Etwa 300 Menschen nahmen ab 14 Uhr an unserer Demonstration teil, deren Route vom Bahnhof auf den Markt führte, wo die erste Zwischenkundgebung abgehalten wurde. Danach zogen die vorwiegend jungen Antifaschist_innen über den Boulevard zum Meininger Hof, anschließend an der Polizei vorüber zur Südstadtgalerie und am Klubhaus der Jugend vorbei zurück zum Markt.
Die Stimmung war gut, die Demospitze laut und so konnte der Forderung den rechten Konsens zu brechen kraftvoll Nachdruck verliehen werden.
Die Polizei begleitete den Demonstrationszug zurückhaltend und ermöglichte damit eine gute Außenwirkung. Da die Nazis dazu aufgerufen hatten, unsere Veranstaltung zu stören, konzentrierten sich die Beamt_innen darauf Störaktionen rechter Kleingruppen zu verhindern.
Jedoch schaffen es mehrere Nazis direkt an der Aufzugsstrecke zu provozieren und Fotos oder Videos aufzunehmen. Einige von ihnen wurden in Gewahrsam genommen oder mussten den Rückzug antreten. Die Nazis beschädigten ein am Bahnhof geparktes Auto eines DGB-Funktionärs und bedrohten diesen später auf der Polizeiwache.
Wir schätzen die Demonstration als erfolgreich ein und sehen sie als Auftakt für weitere antifaschistische Aktivitäten im Landkreis. Ein herzlicher Dank geht an alle Menschen, die vorwiegend aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt den Weg nach Saalfeld fanden um die Antifaschist_innen hier zu unterstützen.

Die gehaltenen Redebeiträge:
Aufruf zur Demonstration
Aufruf zur verbotenen Demonstration am 11.10.97
Redebeitrag der Antifa Arnstadt-Ilmenau
Redebeitrag des Grenzenlos e.V. – Verein für Menschenrechte

Presseberichte:
OTZ 11.03.12

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

“Damals wie heute: Rechten Konsens brechen!” Antifaschistische Demonstration in Saalfeld am Sonnabend [Update]

Update:

  • EA-Nummer: 01523/6511083
  • Rechtshilfetipps und ein Demo-1×1 gibt’s hier.
  • Für diejenigen unter euch, die mit der Bahn anreisen möchten, bietet sich die Regionalbahn an, die um 12:48 Uhr am Gleis 1 vom Paradiesbahnhof Richtung Saalfeld fährt. Passt jedoch auf euch auf! Mit der Präsenz von Bullen und Nazis sollte gerechnet werden.

Aufruf:

In den letzten drei Jahren fanden im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mindestens 22 Konzerte der rechten Szene statt. Die Nazis verfügen mit dem „Alten Labor“ in Unterwellenborn, dem „Ostfeld 0“ in Schmiedefeld und der „Schwedenschanze“ in Deesbach über mehrere Locations, um regelmäßig Veranstaltungen durchführen zu können. Wäre es nach den Wählerinnen und Wählern im Landkreis gegangen, säße die NPD im Thüringer Landtag. Sie erzielte bei der Wahl 2009 hier das beste Ergebnis. Das Auftreten vom Freien Netz Saalfeld und der NPD wurde in der Vergangenheit immer offensiver und gipfelte schließlich am 03. März 2012 in den Spontandemonstrationen durch die Saalfelder Innenstadt und den Stadtteil Gorndorf.

Saalfeld nazifrei
Anstoß wird an diesen Umständen kaum genommen. Die meisten der Saalfelder Klubbesucher_innen und Partygänger_innen unter 20 haben vermutlich noch nie bei einem Besuch der zentral gelegenen Kneipen oder des „Klubhauses der Jugend“ Probleme mit Nazis erlebt. Konnten solche alltäglichen Aktivitäten in den 1990er Jahren noch in Schlägereien auf dem Heimweg oder Überfällen eines Nazi-Mobs enden, hören sich diese Vorfälle für die meisten Jugendlichen heute eher wie Räuberpistolen an. Sorgte früher eine starke linke Szene durch eher handfestes Vorgehen dafür, dass sich Faschos schon aus Eigeninteresse eher auf umliegende Städte und Dörfer verteilten, ist die Situation heute größtenteils von entpolitisierten Jugendlichen geprägt.
Mit dem Wegfall der Selbstbetroffenheit durch rechte Übergriffe und einem Erschlaffen der Naziszene verschwand auch die Einsicht, sich mit Nazis auseinanderzusetzen und gegen sie aktiv zu werden. Teile des Publikums, das an einem Tag mit Linken in Saalfeld feiert, klatscht am nächsten mit Faschos in der Disco ab. Mensch versteht sich und hat keine Probleme miteinander. Politik nervt sowieso und hat beim Party machen nichts verloren. Außerdem kennt mensch sich ja von früher aus der Schule und so übel ist der oder die in dem „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“-T-Shirt auch nicht.
Solange Nazis keinen Stress bereiten und nicht gerade den nächsten Bekannten tätlich angreifen, gibt es keine Probleme. Sich über die menschenfeindliche Einstellung dieser Personen Gedanken zu machen, erscheint abwegig. Selbst in alternativen Locations reicht es mitunter, wenn der oder die rechtsoffene Dorfbewohner_in seine oder ihre Thor Steinar-Jacke zurück zum Auto bringt, um am Einlass durchgewunken zu werden.
Wenn Personen etwas gegen Nazis haben, geschieht dies eher selten aus der Einsicht, dass deren Verhalten ein Angriff auf die Einzigartigkeit jeder Person ist, sondern weil es Teil eines allgemeinen Grundverständnisses ist, dass „Nazis schon doof sind“ und mensch die ja nicht gut finden kann. Daraus resultiert dann auch, dass sich homophobe Beleidigungen wie „Schwuchtel“, sexistisches Verhalten und autoritäre Charaktereigenschaften quer durch alle Jugendszenen ziehen.

Nichts hat sich geändert
Von der lokalen Politik und Presse werden Nazis und ihre Aktionen so gut wie nicht wahrgenommen. Journalismus beschränkt sich im örtlichen Zonenblatt OTZ auf das Kopieren von Pressemitteilungen der Polizei. Ist sonst kein Anlass nichtig genug, um mit ihm die nächste Seite im Lokalteil zu füllen – sei es ein umgeworfener Blumenkübel auf dem Markt oder die neusten Brötchensorten beim Bäcker in Dorf XY – grenzt es an eine unlösbare Aufgabe nachzufragen und Öffentlichkeit zu schaffen, wenn es ständig zu Nazi-Veranstaltungen im Landkreis kommt. Ob dies aus fehlendem Interesse, Absicht oder schlichter Unfähigkeit geschieht – man befindet sich auf einer Linie mit den lokalen Parteien und Behörden. Es wird verschwiegen und wenn möglich, nicht wahrgenommen, was hier passiert.
Jede Form von Öffentlichkeit könnte der Stadt, Gemeinde und den Tropfsteinen im Touristenmagnet Feengrotten schaden. Wenn kritische Stimmen aufkommen, werden diese schlicht ignoriert oder als Panikmache von linken Chaoten_innen abgetan. Was die Familienministerin Kristina Schröder und konservative Kräfte mit ihrem Geschwätz vom Extremismus und der Gleichheit von links und rechts propagieren, ist bei der normalen Bevölkerung im Landkreis ohnehin Common Sense.
Wo NPD-Kader auf Kirmsen und Dorffesten seit Jahren anerkannte Bestandteile der Organisation und Dorfgemeinschaft sind, ist die Sensibilität für politische Themen generell nicht vorhanden. Eine rassistische und nationalistische Grundstimmung zeigte sich unter anderem, als die Pfarrersfamilie Neuschäfer an die Öffentlichkeit trat und die alltäglichen Zustände im Landkreis als Grund für ihren Wegzug nannte. Reflexartig reagierte die öffentliche Meinung mit bestem Volksgemeinschaftsverhalten und schob der Familie die eigentliche Schuld unter. Alltäglicher Rassismus, Hass auf Fremdes und Zustimmung zu Positionen eines Thilo Sarrazin sind, wie in anderen ostdeutschen Städten, Normalität. Weil nicht sein darf, was nicht sein kann, wird es weiterhin an linken Chaoten_innen hängen bleiben, Kritik an diesen Verhältnissen zu üben.

Damals wie heute
Unser Motto „Damals wie heute – rechten Konsens brechen!“ ist an jenes der verbotenen antifaschistischen Demonstration vom 11. Oktober 1997 angelehnt. 1997 sollte ebenfalls auf die Etablierung von faschistischen Strukturen im Landkreis aufmerksam gemacht werden. Auch wenn die Situation damals ungleich schlimmer war als heute, zeigen sich dennoch Parallelen. Nicht nur sind immer noch rechte Kader aus dieser Zeit aktiv, geändert hat sich auch das Verhalten der Bevölkerung nicht.
Die von Tino Brandt in den 1990ern maßgeblich mit Geldern des VS aufgebaute rechte Szene zieht ihre Spuren bis heute – sei es durch die Morde der NSU, welche aus dem „Thüringer Heimatschutz“ hervorging oder Nazikader, die inzwischen als Geschäftsleute gesellschaftlich akzeptiert sind und so Logistik und Geldmittel für die Szene bereitstellen. Die kritische Auseinandersetzung mit der rechten Ideologie und den faschistischen Strukturen wurde und wird mit Repression überzogen und die bürgerliche Gesellschaft wollte und will davon erst recht nichts wissen.

Jetzt mal ehrlich
Eine Demonstration wird die Verhältnisse hier nicht auf den Kopf stellen oder dauerhaft ändern. Dies wäre nur zu erreichen mit radikaler Gesellschaftskritik, die sich nicht mehr, wie die Feuerwehr, an den neuesten Schwelbränden neonazistischer Gruppen abarbeitet, sondern sich aus einer Position von marginalen Kleingruppen und Einzelpersonen löst, um gegen Staat und Kapitalismus zu arbeiten.
Solange dafür keine Perspektive besteht, darf es ein legitimes Ziel sein, dauerhaft Ruhe vor Nazi-Demos und deren Kadern zu haben. Dafür soll unsere Demonstration der Startschuss sein und den Winterschlaf in Saalfeld beenden.

Endlich wieder in die Offensive gehen!

Antifaschistisches Jugendbündnis Saalfeld

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Saalfeld: Mehrere nächtliche Nazi-Demos

Nachfolgend dokumentieren wir einen Bericht der Antifa Saalfeld. Allem Anschein nach haben auch Neonazis aus Jena an diesen Veranstaltungen teilgenommen.

via Autonome Antifa Saalfeld

Am 03. März 2012 kam es in Saalfeld (Thüringen) zu spontanen Aufmärschen rechtsradikaler Gruppen.

Zum wiederholten Male sollte ein Nazi-Konzert im „Alten Labor“ in Unterwellenborn, einer Nachbargemeinde von Saalfeld, stattfinden, welches aber von der Polizei verhindert wurde. Anmelder war wie üblich Steffen Richter, der in den letzten Jahren für eine Vielzahl von Veranstaltungsanmeldungen in der Umgebung von Saalfeld verantwortlich war. Das Konzert war am Freitag von der Gemeinde Unterwellenborn verboten worden, dieses Verbot wurde jedoch anschließend vom Verwaltungsgericht Gera wieder aufgehoben.
Allerdings wurden die im Januar nach einer Gefahrenverhütungsschau vom Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt erlassenen Brandschutzauflagen nicht erfüllt, sodass das Verbot für öffentliche Veranstaltungen im „Alten Labor“ in Kraft trat.

Nachdem die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Nazis von der Polizei in Unterwellenborn abgewiesen wurden, sammelten sich nach Polizeiangaben etwa 30, nach Augenzeugenberichten jedoch etwa 50 gewaltbereite Rechte und zogen mit einer Spontandemonstration durch die Innenstadt von Saalfeld um gegen dieses Verbot zu protestieren.

Dabei stellten sie in der Innenstadt eine Gefahr für alle Menschen dar, die nicht in ihr Weltbild passen. So versuchten sie zum alternativen „Klubhaus der Jugend“ zu gelangen um es anzugreifen. Die Polizei konnte sie gerade noch rechtzeitig abdrängen und die Nazis drehten ab.
Kurz darauf konnten sie unter den Augen der Polizei mehrmals auf Antifaschist_innen losgehen, die sich jedoch glücklicherweise in Sicherheit bringen konnten. Wegen der inzwischen erhöhten Polizeipräsenz wurde anschließend eine weitere Spontandemonstration in Gorndorf, einem Stadtteil von Saalfeld, durchgeführt. Beide Aufmärsche wurden ebenfalls von Richter, welcher bereits seit langem eine Führungsperson der rechten Szene ist, angemeldet.
Mehrere Kleingruppen der Nazis blieben jedoch in der gesamten Innenstadt zurück und bedrohten aggressiv Menschen.

Das schon seit langem immer offensiver werdende Auftreten von Nazis in Saalfeld und Umgebung, sollte auch den letzten linken Menschen im Landkreis gezeigt haben, dass ein ruhiger Kiez ohne Probleme mit Nazis keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag am 08. März in Jena: “Von Spitzeln und wie wir uns dagegen wehren können”

Vortrag zum Heidelberger Spitzelskandal “Simon Brenner”
am 8. März 2012, 19h im SR 120 der FSU Jena (CS3)
Veranstalter: AK Politische Bildung des StuRa der FSU

Fast ein Jahr lang gewann der Verdeckte Ermittler Simon Bromma Einsicht in politische Aktivitäten und private Bereiche links orientierter Personenkreise in Heidelberg und Umgebung. Getarnt als ordentlich immatrikulierter Student “Simon Brenner” sammelte er ab Winter 2009 umfangreiche Informationen über Strukturen und Einzelpersonen, bis er am 12.12.2010 zufällig enttarnt werden konnte.

Das Vorgehen von LKA, baden-württembergischem Innenministerium und Heidelberger Polizeidirektion, die noch weitere, bisher unbekannte Verdeckte ErmittlerInnen in Heidelberg eingesetzt hatten, ist schockierend, aber Teil zunehmender Repression – vor allem gegen die außerparlamentarische Antifa-Szene, das eigentliche Einsatzziel der Spitzel.

Ein Bericht der ins polizeirechtsstaatliche Visier geratenen “Zielperson” und über die von sieben Menschen angestrengte Fortsetzungsfeststellungsklage gegen den mit geheimdienstlichen Methoden widerrechtlich durchgeführten Einsatz.

Mehr Infos auf: spitzelklage.blogsport.de

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Leipzig: “Im Osten nichts Neues” – Antifa-Demo am 24. März

Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur.
Aufruf für eine antifaschistische Kampagne im Leipziger Osten

+++ Antifaschistische Demonstration am Sonnabend, den 24. März um  12 Uhr Friedrich-List-Platz +++

Auf Grund der zahlreichen Aktivitäten von Neonazis und anderen Rechten sowie der Ansiedlung des Ladengeschäfts „Fighting Catwalk“ im Leipziger Osten haben sich verschiedene lokale Akteure und das Leipziger Ladenschlussbündnis zusammengetan, um dem rechten Alltag entgegenzutreten. Gemeinsam rufen wir zu einer antifaschistischen Kampagne und Offensive für das Jahr 2012 auf – als erster Höhepunkt findet am Sonnabend, den 24. März (Start 12 Uhr, Friedrich-List-Platz) eine Demonstration im Leipziger Osten statt. Hierfür ist bereits ein Aufruf (siehe unten) erschienen, alle weiteren Informationen und Fakten folgen… Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar