Thügida am 20. April in Eisenberg!

Am 20. April wollen die Deppen von Thügida nun auch durch Eisenberg maschieren. Über das Datum an sich müssen wir dabei wohl nicht viel sagen. Dazu kommt aber noch, dass sich in Eisenberg die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Thüringen befindet. Daher gilt es, sich an eben diesem Tag solidarisch vor die Menschen dort zu stellen und den Faschos zu zeigen, dass wir die Flüchtlinge nicht alleine lassen.

Also am 20.04. alle nach Eisenberg!!! Refugees Welcome! Nazis aufs Maul!

weitere Infos gibt es in den nächsten Tagen hier.

4589465855

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Kundgebung zum 70. Jahrestag des Einmarschs der US-Army in Jena

13.04.2015 | Johannistor, Jena | 16:00 Uhr

„Es muß den Deutschen klargemacht werden, daß Deutschlands rücksichtslose Kriegführung und der fanatische Widerstand der Nazis die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Leiden unvermeidlich gemacht haben, und daß sie nicht der Verantwortung für das entgehen können, was sie selbst auf sich geladen haben. […] Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat.“ (1)

Die Direktive JCS 1067, aus der dieses Zitat stammt, trat am 26.04.1945 in Kraft und legte die Grundlinien der amerikanischen Besatzungspolitik fest. Anders als die, sich als Opfer von Hitler und seinen Schergen sehenden Deutschen war den Alliierten die Schuld der Deutschen bewusst. So schrieb der amerikanische Präsident Roosevelt schon 1944, noch vor der Entdeckung von Auschwitz oder Buchenwald, „den Deutschen muss klar gemacht werden, ihre ganze Nation war in eine gesetzlose Verschwörung gegen den Anstand der modernen Zivilisation verwickelt gewesen.“(2)

Immer wieder und bis heute betont der geläuterte Deutsche, vom einfachen Bürger, über Guido Knopp bishin zu gestandenen Historikern und Politikern, dass man doch von Nichts gewusst habe oder sich immer schon im Widerstand zu diesen Greultaten befand. Widerliche revisionistische Fernsehserien wie „Unsere Mütter, unsere Väter“ bestärken diesen Gedanken zusätzlich. Immer waren die Deutschen Opfer gewesen. Ob Versaille oder Dresden, immer waren andere Schuld. Nur sagte dies nach 1945 plötzlich keiner mehr. Der angebliche Befehlszwang war eine bloße Schutzbehauptung der Täter; von der angeblichen Staatshörigkeit der Deutschen war in den chaotischen Jahren zwischen 1918 und 1933 wenig zu spüren; der angebliche Gruppenzwang erklärt das Verhalten Einzelner, aber nicht das der Gruppe als ganzer, die diesen Druck ja selbst erst erzeugt; der angebliche Karrierismus der Täter konnte nur in Ausnahmefällen durch eine besonders eifrige Teilnahme am Massenmord befriedigt werden; das angebliche Unwissen über die mörderischen Folgen seiner Taten konnte niemanden befallen, der seine Opfer von Angesicht zu Angesicht quälte und erschoss. Die Taten der Deutschen rührten nicht von solchen äußeren Zwängen oder Anreizen her, sondern von inneren Überzeugungen. Die Deutschen wurden nicht gezwungen, Juden zu töten; sie taten es freiwillig, sie waren willige Vollstrecker.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Der Frontverlauf bis zum 9. April

Nach dem 4. April operierten die Truppen des XII. Corps südlich des Thüringer Waldes und stießen in Richtung Hildburghausen und Ilmenau vor. Zur gleichen Zeit drängten die Truppen des XX. Corps im Norden über Mühlhausen und Bad Langensalza auf Nordhausen zu. In Eisenach und Friedrichroda kam es zu Kampfhandlungen. So verweigerte der deutsche Kampfkommandant von Eisenach die Kapitulation und ordnete bedingungslosen Widerstand an. Die Amerikaner rückten in den folgenden Tagen nördlich der Stadt in Richtung Gotha weiter vor, die Eisenacher Innenstadt wurde am 6. April ab 2 Uhr bis zum Morgengrauen mit Artilleriefeuer belegt, was zusätzlich Gebäudeverluste durch ungelöschte Brände zur Folge hatte. Daraufhinsetzte sich die Kampfkommandantur ab, die Truppen der deutschen Wehrmachtergaben sich. In den Morgenstunden zum 6. April übergab der zwei Tage zuvor ins ein Amt eingeführte Oberbürgermeister Rudolf Lotz die Stadt den amerikanischen Truppen.

weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Täterspurenmahngang in Saalfeld am 09.04.

Täterspuren suchen,statt Opfermythen pflegen!

Am 09. April 2015 jährt sich der Tag, an dem Saalfeld gegen Ende des zweiten Weltkrieges bombardiert wurde, zum 70. mal. Auch diesmal werden wieder zahlreiche Bürger der Stadt um die ,,Opfer“ dieses Bombardements trauern. Doch das wird dieses Jahr nicht so harmonisch ablaufen wie in den letzten Jahren, denn als Gegensatz zu dieser Trauerfeier ist ein Täterspurenmahngang geplant. Unter dem Motto: ,,Täterspuren suchen, statt Opfermythen pflegen“ werden konkrete Orte besucht, die beispielhaft dafür sind, wie die damalige Bevölkerung der Stadt dazu beitrug, dass das Mordkollektiv funktionierte. Eine unschuldige Zivilbevölkerung gab es im Nationalsozialismus nicht, auch nicht in Saalfeld. Das 3. Reich war eben keine kleine Gruppe die Deutschland unterdrückte sondern es war ein Regime das durch das Volk getragen wurde. Das zu belegen, und mit den Auswüchsen deutscher Vergangenheitsverdrängung zu brechen, dazu soll der Täterspurenmahngang durch Saalfeld dienen. Wir wollen einen Gegensatz zum nivellierenden, geschichtsrevisionistischen Gedenken bieten und dazu beitragen, dass die konstruierten Opfermythen, die die Verbrechen der Deutschen verschleiern und verharmlosen, aufgebrochen werden. Es gibt nichts zu betrauern sondern nur zu verhindern – Nie wieder Volksgemeinschaft! Keine Versöhnung mit Deutschland und seinem Jammervolk!

Kommt am 09.04. nach Saalfeld zum Täterspurenmahngang und brecht mit uns das Schweigen um die Verbrechen der deutschen Bevölkerung im Nationalsozialismus.

weitere Infos…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Thüringen im April – Der Vormarsch der 3. US-Army

Heute vor 70 Jahren begann der Vormarsch der 3. US-Army in Thüringen. Auf dem Blog „70 Years – Victory in Europe Day“ wird es in den folgenden Tagen immer wieder Beiträge geben, die sich mit diesem Vormarsch beschäftigen.

Im März 1945 überschritt die 3. US-Army unter General Gerog S. Patton den Rhein und stieß zügig gen Osten vor. Ende März erreichten sie die Grenze zu Thüringen. Erst am 31. März 1945  beschlossen der US-Oberbefehlshaber in Europa, General Dwight D.  Eisenhower, und General Omar N. Bradtey den Angriff auf Thüringen. Ein Grund waren den  Amerikanern vorliegende Hinweise, dass sich wichtige NS-Kommandostellen  nach Thüringen abgesetzt hatten. Die bereits weit nach Hessen  vorgedrungene 3. US-Army erhielt für 24 Stunden freie Hand. In dieser Zeit sollte sie die thüringische Ortschaft Ohrdruf erreichen, wo sich nach Informationen eines deutschen Überläufers ein hochrangiges deutsches Hauptquartier oder eine Kommunikationszentrale befinden sollten.Die Operationsdirektive war das Auffinden und Erobern des deutschen Nachrichtenzentrums sowie der schnelle Vormarsch auf die damalige Landeshauptstadt Weimar. Am 1. April gingen bei Creuzburg die ersten Truppen der 4. Panzerdivision über die Werra. Auf Befehl  des NS-Gauleiters war die Stadt zur Festung erklärt worden. Wie zuvor  schon die Brücke Hörschel wurde auch die Brücke über die Werra bei Creuzburg vor den Augen der Amerikaner bei deren Eintreffen gesprengt. Im sinnlosen Bemühen, das Vorrücken der GIs aufzuhalten, ließen viele Menschen ihr Leben.

800px-Pontoon_bridge_Rhine_River_1945

weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Volkstod vorantreiben!

Vor ein paar Tagen hatten wir mal getwittert, dass in der Innenstadt vermehrt Nazisticker aufgetaucht sind. Die sind zum Glück alle auf wundersame Weise wieder verschwunden, aber ein sehr schönens Exemplar wollen wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten:

bla

Da wir ungerne Werbung für Nazi-Scheiß machen, haben wir das Bild vorsorglich umgedreht. (Gefunden übrings im Damenviertel)

Den könnte man fast als Werbung für unsere Kampagne verstehen. Wer die noch immer nicht kennt, schaut mal schnell hier oder hier vorbei.

Und da wir uns ja für den Einmarsch der US-Army etwas überlegt haben,  hier schonmal ein Vorgeschmack auf das, was da kommen soll. Auch wenn es andere Bands sein werden:

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Victory in Europe Day – 70 years Kampagne

Liebe Freund_innen,
der Zeitpunkt des 70. Jahrestages des VE-Day rückt nun näher und näher. Anfang April 1945 begann der Vormarsch der US-Army auf Thüringen. Wir werden in den nächsten Tagen auf der Kampagnen-Seite 70 Years – The Allied Triumph Over Germany kontinuierlich Texte hochladen, die sich mit diesem Vormarsch beschäftigen. Parallel dazu wird es am Freitag, den 10.04. eine Soliparty geben. Siehe hier: AFA Soliparty – 70 Jahre Besetzung von Jena. Auch an den folgenden Tagen wird es verschiedene Aktionen geben und auch am Tag der Einnahme Jenas durch die US-Army soll etwas passieren. Was genau erfahrt ihr in den nächsten Tagen hier, auf unserer Facebook-Seite und auf der Kampagnenseite.

70yearssoli Kopie

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Neue NPD-Strategie: Demonstrationen als Druckmittel

via Thüringenrechtsaußen

Die Thüringer NPD scheint ihre Strategie derzeit zu ändern: Anstatt seriösem Auftreten und dem Versuch, in Parlamente einzuziehen, wird sie zunehmend aktionistischer. Demonstrationen werden als Drohkulisse eingesetzt, um Städte und Stadtverwaltungen unter Druck zu setzen.

Thügida Fronttransparent in Erfurt: "Wir lieben Greiz"

Mit der Wahl von David Köckert zum Landesorganisationsleiter tritt die Neonazi-Partei in Thüringen nach außen wieder deutlich radikaler auf. Der offen auftretende Antisemit und Neo-Nationalsozialist Köckert, der seine Reden gern auch mal mit Zitaten aus nationalsozialistischen Propagandafilmen einleitet, scheint das neue Zugpferd der NPD in Thüringen zu werden. Köckert verantwortet mehrere die Demonstrationen, die in den nächsten Wochen in Thüringen stattfinden. Er steckt auch hinter den sogenannten „Thügida“-Aufmärschen – Auftakt war in der vergangenen Woche in Erfurt. Köckert ist auch einer der maßgeblichen Figuren hinter dem NPD-Aufmarsch am 1. Mai in Erfurt.

Der Strategiewandel der NPD in Thüringen führt die Partei wieder zurück in Zeiten der Demonstrationspolitik. Aufmärsche werden auch eingesetzt, um staatliche Stellen unter Druck zu setzen. Schon Anfang der 2000er Jahre setzen Neonazis wie Christian Worch Demonstrationen als Druckmittel ein und ernannten bestimmte Städte zu sogenannten „Frontstädten“. Dies waren vor allem Städte, in denen es Neonazi-Demonstrationen schwer hatten, sich den Weg zu bahnen. Als „Druckmittel“ oder „Strafe“ wurden dann in der Folge zahlreiche Demonstrationen in jenen „Frontstädten“ angemeldet. Ähnlich verfährt nun auch das ehemalige Mitglieder der “Alternative für Deutschland” (AfD), Köckert aus Greiz. Da in der vergangenen Woche eine antifaschistische Blockade verhinderte, dass der neonazistische und antisemitische Wanderzirkus der NPD („Thügida“) vor die Flüchtlingsunterkunft in der Ulan-Bator-Straße gelangen konnte, meldete „Thügida“ nun auch für kommenden Montag (30. März 2015) wieder in Erfurt einen Aufmarsch auf der gleichen Strecke an.

weiterlesen…

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Rassistische Partei „Die Freiheit“ mit Kontakten in die Neonazi-Szene in Jena bereits etabliert?

Lange genug hat sich in der Jenaer Innenstadt etwas ganz in Ruhe etablieren können, ohne das es jemand mitbekommen hat. Damit soll jetzt Schluss sein.

Schon seit einiger Zeit hat die Anwaltskanzleich PWB ihren Sitz im Roten Turm am Löbdergraben 11a. Gleichzeitig ist hier auch der Landesverband der Partei „Die Freiheit“ ansässig. Vorsitzender der Anwaltskanzlei ist Philipp Wolfgang Beyer, geboren 1960. Philipp Wolfgang Beyerist gleichzeitig auch der Landesvorsitzende der Partei „Die Freiheit Thüringen“. Sein Parteivorstandskollege ist der Erfurter Michael Kürschner.

„Die Freiheit“ dürfte Manchen bereits ein Begriff sein. 2010 zunächst in Berlin von ehemaligen CDU, Piraten und Pax Europa Mitgliedern gegründet, hat sich die Partei danach auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. In Thüringen ist sie seit einiger Zeit, in Jena am Löbdergraben 11a, vertreten. Damals wurde sie als Anti-Islam-Partei gegründet. Heute hetzt sie in Thüringen vor allem gegen Flüchtlinge. Man selbst verstehe sich aber natürlich nicht als Nazi. Doch ein genauerer Blick auf die Partei zeigt, dass es sehr wohl Überschneidungen und auch engeren Kontakt in die Szene gibt. Diese Kontakte zeigen sich auf der Facebook-Seite der Partei natürlich nur oberflächig. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass diese Kontake auch gepflegt werden. Zumindest scheint man sich ideologisch einig zu sein. Hier einige Beispiele:dfth1

dfth2

dfth3 dfth4

dfth5

Der thüringer Ableger der „Freiheit“ zeigt also ganz offen seine Verbindungen in die rechte Szene. Das bis vor kurzem exzistente FN Saalfeld wurde genauso  geliked, wie die neonazistische Wählervereinigung „Bündnis-Zukunft-Hildburghausen“ vom Hängebauchschwein Tommy Frenck. Gleiches gilt auch für den stellvertretenden Landesvorsitzenden Michael Kürschner. Die altbekannte Nazimarke Thor Steinar findet er genauso toll wie den pseudowissenschaftlichen, Esospinner-Kopp-Verlag.

michaelKürschner

Von der ganzen Scheiße könnt ihr euch auch selbst überzeugen. Hier der Link zur Facebook-Seite der „Freiheit„. Hier der Link der Anwaltskanzlei PWB.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

70 Jahre Bombadierung Jenas – Ein Grund zum Feiern

Heute jährt sich zum siebzigsten Mal die Bombadierung Jenas durch alliierte Bomberverbände. Anlass genug für die Stadt, heute morgen in einer offziellen Veranstaltung zu trauern. Für uns ist es vielmehr ein Freudenfeuerwerk. Auch der folgende Text ließe sich in die Kampagne „70 years – the allied triumph over germany“ einreihen, die wir im April mit verschiedenen Aktionen fortsetzen werden, darunter eine Veranstaltung zur Befreiung Jenas und des Konzentrationslagers Buchenwald sowie weiteren Aktionen rund um den 13. April und 8. Mai.

via Antideutsche Nürnberger Antifa

„Ich kann versichern, dass ich keine Miene verziehen werde über irgend eine Maßnahme, die die Staatsmänner der Welt für notwendig halten werden, um Deutschland außerstande zu setzen, sein Spiel in absehbarer Zukunft zu wiederholen.“ (Thomas Mann 1942 in einer Rundfunkrede zum Jahrstag der Bombardierung Coventrys).

Im Januar 1945 – die amerikanische Armee steht vor Deutschlands Westgrenze, die Sowjet Armee rückt im Osten erfolgreich vor – ist der Deutschen Krieg verloren, ihr Ziel, mit „kollektiver Anstrengung“ die europäischen Juden restlos zu vernichten und dadurch ein deutsches Volk erst werden zu können, vorerst vereitelt.Unbeirrt dieser Tatsachen kämpfen die Deutschen opferwillig, mit allem was sie aufbringen können, weiter für den „Endsieg“ und ihr Reich. Jeder Tag an dem die deutsche Barbarei fortwehst, bedeutet für Juden, alliierte Soldaten und weitere Opfer des nationalsozialistischen Terrors den Tod. Um Deutschland in die Knie zu zwingen, müssen die Alliierten vor allem den Durchhaltewillen und die Opferbereitschaft der Deutschen brechen – dies geschieht endlich durch die Bombardierung deutscher Städte.
Besonders Nürnberg stand damals, als ideologische Hauptstadt der nationalsozialistischen Volksbewegung, hinter dem Vernichtungsantisemitismus und dem deutschen Wahn und wurde deshalb zum berechtigten Ziel der britischen Bomberverbände.„Im Bewusstsein der Nachkriegsgesellschaft jedoch wurde“ aus der Bereitschaft der Deutschen, sich für den „Endsieg“ auch selbst aufzuopfern, indem sie ihr Individuum dem deutschen „WIR“ unterordneten „ein objektives Existential: das Opfer an sich, das über die Deutschen verhängt worden sei, das sie erlitten, aber nicht betrieben hätten. [… So werden aus den Mördern] ganz normale junge Männer, die heute noch als Rentner ihren Schrebergarten pflegen könnten, wären sie nicht aus falsch verstandenen Heroismus zu Verführten geworden und eben deshalb beklagenswerte Opfer übermächtiger Verhältnisse wie so viele Millionen andere auch. […] Dass endlich einmal auch das Leiden der Deutschen präsentiert werden kann […ist die] Begleiterscheinung dessen, was ‚Normalisierung’ genannt wird. […] Als gleichermaßen Traumatisierte werden deutsche Opfer den Opfern der Deutschen gleichgestellt“ (aus: Bahamas 38: „Die Opfer sind immer die Völker“ von Karl Nele). Auch diese Trauerfeier macht klar, was Teil des deutschen Konsens, jener deutschen „Normalisierung“ ist und immer war: Das zwanghafte Festhalten am deutschen „WIR“ anstelle einer privaten oder individuellen Trauer um Angehörige.
Von Trauer aber war im Nachkriegsdeutschland wahrlich kaum etwas zu spüren, ebenso wenig wurden die tatsächlichen Opfer der nationalsozialistischen Barbarei beweint. Vielmehr verliehen die Deutschen durch ihre Selbststilisierung als Opferkollektiv ihrer narzisstischen Kränkung über die militärische Niederlage Deutschlands Ausdruck.
Wer heute in Nürnberg oder Jena gegen „Krieg“ demonstriert, wird auf der einen Seite die Notwendigkeit einer militärischen Zerschlagung des Nationalsozialismus verleugnen, auf der anderen Seite die vermeintliche Opferrolle der Deutschen zum volksgemeinschaftlichen Mythos hochstilisieren. Entgegen diesem Sinne begrüßen wir den antifaschistischen Sieg über Nazideutschland. Wir feiern diesen Sieg, welcher die Möglichkeit offen hält, Verhältnisse zu erwirken, in denen das Leben von Menschen als Individuen nicht von kollektiver Barbarei bedroht ist und solidarisieren uns mit allen Konsequenzen, die der Versuch, den völkischen, deutschen Wahn zu zerschlagen, mit sich bringt: Bombardierung, Vertreibung, Gefangenschaft und Reeducation.
Ob diese Chance genutzt wurde und wird, oder ob aus dem sogenannten „kollektiven Gedächtnis“ sich die deutsche Volkseele erneut mausert, steht hier zur Frage.

Deutsche Täter sind keine Opfer – No tears for krauts – Keine Träne für Deutschland

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar